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Archiv für Juli 2009

Kein Russland, kein Italien

von am 24.07.2009 unter Reisevorbereitungen, Routenplanung

Langsam nimmt unsere Reise Gestalt an. Heute haben Marcus und ich uns mal zusammengehockt, um die geplante Route mal ein wenig zu überarbeiten. Das war notwendig geworden, da es von einigen Bedenken gab (in Hinsicht auf unseren Russland-Ausflug).

Unsere alte Route

Unsere alte Route

Unsere ursprüngliche Route ging nach dem Stopp in Königsberg über Wilna (Litauen), Minsk (Ukraine) und Smolensk (Russland) nach Moskau. Nach einigen Tagen dort sollte es dann über St. Petersburg nach Helsinki gehen.

Diese Planungen haben wir nun über den Haufen geworfen. Sowohl meine Eltern (die schon in Russland & Moskau waren), als auch ein Freund (war ebenfalls schon da) haben uns von dem Abstecher durch Russland abgeraten. Einerseits aus Sicherheitsgründen, denn wie wir alle wissen, erhöht sich die Auto-Klau-Rate, je weiter man nach Osten kommt gewaltig und auch kriminalitätstechnisch ist Russland ganz weit oben. Andererseits soll es in Russland wirklich nicht so schön sein, dass man das gesehen haben muss.

Dazu kommt die Korruption. Erzählungen zufolge werden (ausländische) Autos von russischen Polizisten einfach aufgehalten und man muss eine kleine “Straßenmaut” verrichten, bevor man weiterfahren darf. In Wirklichkeit ist da natürlich nur ein Zubrot zum mickrigen Gehalt.

Daher geht unsere Route jetzt durch die baltischen Staaten (Litauen, Lettland, Estland). In Reval/Tallin nehmen wir dann einfach eine Fähre nach Helsinki. Die kostet so in etwa 40€.

Den Streckenteil durch Italien haben wir ebenfalls gestrichen. Ganz einfach aus dem Grund, dass wir Italien schon aus diversen Urlauben kennen und die Fahrt uns dort wenig neues zeigen kann. Dazu kommen noch ganz einfach Kostengründe und eventuell auch das Klima (denn VW-Busse haben selten Klimaanlagen :-D ).

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Wir brauchen einen fahrbaren Untersatz (Teil 1)

von am 22.07.2009 unter Autokauf, Reisevorbereitungen

So, noch ein Jahr ist es hin, trotzdem müssen wir uns langsam um unseren fahrbaren Untersatz kümmern. Wir hatten uns ja überlegt, dass wir uns einen VW-Bus T3 mit Westfalia-Campingausstattung holen. Da hat man dann fast alles drin (Kühlschrank, Herd,…), was man so zum durch-die-Welt-reisen braucht; man kann da sogar drin übernachten (bis zu 4 Personen :D ). Nur, wie kommen wir an so ein Ding ran? Immerhin werden die T3-Busse seit 1992 (Quelle: Wikipedia) nicht mehr hergestellt.

Also ab in die bekanntesten Gebrauchtwagenbörsen im Internet und los ging die Suche. Problem: Das Geld. Wir brauchen einerseits einen Bus, der möglichst nicht teurer als 3.000€ ist, andererseits muss der dann aber 13.000km am Stück durchhalten. In einer sehr detaillierten und gut formulierten Kaufberatung zu T3-Bussen konnten wir dann lesen, dass man für einen guten Camping-Bus mit mindestens 8.000€ rechnen müsste. Das war erst einmal in kleiner Schock für uns.

So sah das im Internet aus

So sah das im Internet aus

Doch nach einiger Zeit sind wir dann bei einem Gebrauchtwagenhändler in der Nähe von München fündig geworden. Für Recht günstige 2.300€ gab es einen (auf den Produktfotos) recht gut aussehenden VW Bus. Es war die 70PS-Version mit Servolenkung (!) und “gerade einmal” 169.000km auf dem Buckel. Baujahr: 1982. Das Schnäppchen wollten wir uns nicht entgehen lassen, also haben wir uns heute einen Tag in der Schule frei genommen und sind ab nach München. Es war ein brütend heißer Tag, die Luft ließ sich quasi mit dem Messer schneiden.

Endlich angekommen kam die große Überraschung. Wir hatten uns “ein wenig” von den Bilder täuschen lassen. Ich würde den Bus eher als “Rostlaube”, “Schrottkiste” oder “Mülldeponie” bezeichnen. Wir haben ihn uns erst mal von außen angeschaut und festgestellt, dass es überall rostige Beulen, Fugen und Löcher gab. Als da Marcus mal den Zustand des Rostes mit dem Finger testen wollte, brach er gleich durch (siehe Fotos)…

Während wir den Wagen inspizierten kam ein Ortsanssässiger vorbei. Mit Ortsansässiger meine ich Ortsansässiger. Immerhin wohnte er in einem Wohnwagen auf dem Gebrauchtwagenmarktplatz. Und dann ging es los… Der Typ hat uns zugelabert und hat einfach nicht mehr aufgehört. Leider haben wir kein Bild von ihm. Er ist nämlich (angeblich) selber “Oldtimer”-Liebhaber und bastelt gerne an Autos rum. Mittlerweile wissen wir von seinen gefühlt 100 Autos, die er seit 1970 aufgemotzt hat. Zu jedem davon gab es eine Geschichte mit tollen Zitaten des Mechaniker, Begegnungen mit der Polizei, etc… Furchtbar.

Um uns den Innenraum anzuschauen mussten wir ja den Schlüssel vom Händler holen (mit der Hoffnung unseren Freund loszuwerden). Hat blöderweise nicht funktioniert. Naja, innendrin sah es dann fast noch schlimmer als von außen. Überall lag noch Müll/Dreck rum, der Kühlschrank war verschimmelt, auf den Matratzen waren Flecken, überall war Staub, usw… Die interessantesten Funde waren ein Tampon und eine Pornozeitschrift der Vorbesitzer. Ich verstehe einfach nicht, warum man das Auto nicht wenigstens ein bisschen vorher aufräumt…

Sind dann mehr oder weniger enttäuscht wieder heim, aber jetzt wissen wir schon einmal was wir NICHT wollen.^^

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